Diese Art Kameras der Firma Hikvision aus China nutzt die Polizei Hamburg für das KI-Projekt mit dem Fraunhofer-Institut.

Umstrittene Hikvision-Kameras für Polizei Hamburg

Ausgerechnet mit Produkten des chinesischen Anbieters Hikvision hilft die Polizei Hamburg dem Fraunhofer-Institut bei der Entwicklung einer Überwachungs-KI.

  • Chinesische Überwachungskameras der Polizei Hamburg.
  • KI-Projekt des Fraunhofer-Instituts.
  • Eine Geschichte für Table.Media.

Ab November 2025 liefert die Hamburger Polizei dem Fraunhofer-Institut Live-Bilder für die Weiterentwicklung einer Überwachungs-KI. Für das ambitionierte Projekt werten die Forscherinnen und Forscher Bilder im Umfeld kritischer Infrastruktur aus. Die Aufnahmen stammen allerdings vom chinesischen Hersteller Hikvision, dessen Produkte in der jüngsten Vergangenheit eingesetzt wurden, um gegen zentrale

Menschenrechte zu verstoßen. Längst haben einige Regierungen bereits installierte Kameras wieder abgebaut und das Unternehmen von staatlichen Aufträgen ausgeschlossen. Nur die Stadt Hamburg intensiviert die Zusammenarbeit. Die ganze Geschichte finden Sie bei Table.Media (Paywall), hier folgt eine kurze Zusammenfassung.

Hikvision: Umstrittener Kamerahersteller aus China

Zwar ist Hikvision für hochwertige Kameras bekannt, setzt diese allerdings für Projekte ein, die gegen grundlegende Menschenrechte verstoßen. So warb das Unternehmen mit einer KI, die Uiguren erkennen könne. Zwar stoppte Hikvision die Werbung, der „Optional Demographic Profiling Facial analysis algorithm“ ist aber weiterhin in ihren Produkten integriert – und wird scheinbar auch angefragt. Die unabhängige Forschungsplattform IPVM machte 2023 auch auf einen Fall von diskriminierender Überwachung in der chinesischen Hafenstadt Fuzhou aufmerksam. Die Minjiang-Hochschule wollte mit Hikvision die Essgewohnheiten der Studierenden analysieren, um fastende Muslime zu erkennen.

Neben den ethischen Aspekten spielt beim Einsatz von Hikvision auch die Geopolitik eine Rolle. Die deutsche Bundesregierung erklärte im Jahr 2023, angesprochen auf den Kamerahersteller, dass eine Verpflichtung „für chinesische Unternehmen, mit den dortigen Nachrichtendiensten zusammenzuarbeiten“ bestehe, weswegen ein Risiko der Einflussnahme bestehe. Tatsächlich haben diverse Regierungen auch schon reagiert. Das europäische Parlament hat seine Hikvision-Kameras abbauen lassen und in Großbritannien, Australien, Kanada und den USA steht die Firma auf einer Blacklist und ist damit von staatlichen Projekten ausgeschlossen.

Polizei Hamburg sieht keine Probleme bei Zusammenarbeit mit Hikvision

Die Polizei Hamburg habe sich in erster Linie deswegen für Hikvision entschieden, da sich die Kameras gut ins bestehende System integrieren lassen würden. Das Projekt läuft bereits seit dem Jahr 2019, musste jedoch einige Rückschläge hinnehmen. So gab es aufgrund der Corona-Pandemie zu wenige Passanten, um ausreichend Bild- und Datenmaterial zu sammeln. Später erkannte die Software Gefahrensituationen, wo keine waren. Im November 2025 – der ursprüngliche Beginn war für September geplant – startet die nächste Stufe der Entwicklung. Dann werden zu bestimmten Zeiten Live-Bilder ausgewertet.

China investiert verstärkt in den Ausbau seiner Energieinfrastruktur, um unabhängiger zu werden. Das Ziel der Emissionsreduzierung, trotz kostengünstiger Erneuerbaren, ist dabei weniger wichtig. Zusammenfassung:punkt-am-ende.work/2025/10/06/c…Ganze Geschichte:table.media/china/news/c…

Christian Domke Seidel (@domkeseidel.bsky.social) 2025-10-06T09:59:24.378Z

„Nach aktuellem Kenntnisstand wird das gesamte System nach wie vor ohne Anbindung an das Internet betrieben. Es besteht somit keine Gefahr eines Datenabflusses der Videoströme außerhalb des vorgesehenen Netzes. Ein Abfluss nach China ist daher ausgeschlossen“, erklärte der Hamburgische Datenschutzbeauftrage auf Anfrage. Schon 2019 musste die Polizei Hamburg klarstellen, dass die hierzulande verbotenen Technologien – etwa Tracking oder Gesichtserkennung – standardmäßig deaktiviert sind.

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Der Einsatz Künstlicher Intelligenz gilt als einfache Lösung für alle möglichen Herausforderungen. Auch im öffentlichen Dienst. Darüber habe ich mit Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves gesprochen. Er ist Informatikprofessor an der Universität Bremen und leitet die Arbeitsgruppe Digitale Transformation im Öffentlichen Dienst und sagt „Es ist viel zu leicht, KI zu nutzen.“ Ein anderes Thema, das in China derzeit relevant ist, ist die Nachfolge in Familienunternehmen. Das Ende der Ein-Kind-Politik im Jahr 2014 führte dazu, dass die Betrugsfälle in familiengeführten Unternehmen massiv zugenommen haben. Hier erkläre ich, wie das passieren konnte.