Chinas Autobauer Geely baut gerade ein eigenes Satellitennetz auf. Der Hersteller sieht die Zukunft der Mobilität im All.
- Autobauer Geely mit eigenem Satellitennetz.
- Satelliten: Infrastruktur für autonomes Fahren.
- Eine Geschichte für Table.Media.
Der chinesische Autobauer Geely wird die erste Automarke mit einem eigenen Satellitennetz. Starlink ist zwar ein großes Satellitennetz, gehört aber zu SpaceX, nicht zu Tesla. Zwar gibt es Kooperationen, exklusiv für Tesla läuft das Netzwerk allerdings längst. Im Fall von Geely soll das anders laufen. Elf Satelliten schoss die Marke im Februar in eine erdnahe Umlaufbahn. Damit sind es insgesamt schon zwanzig. Bis 2025 sollen es 72 werden; in der Endkonstellation will die Marke 240 Satelliten betreiben. Die vollständige Geschichte über das Satellitennetz von Geely gibt es bei Table.Media.
Satellitennetz für die Mobilität von morgen
Satellitennetze gelten als zentrale Infrastruktur für die Elektromobilität und das autonome Fahren. Sie erlauben eine extrem präzise Positionsbestimmung, Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Software-Updates und bieten Internet an Orten ohne 5G-Abdeckung. Das bedeutet, dass die Navigation genauer funktioniert und in Echtzeit auf Verkehrsprobleme reagieren kann und das immer wichtiger werdende On-Board-Entertainment weitestgehend überall funktioniert.
Um hier die Nase vorn zu haben, hat Geely das Unternehmen Geespace gegründet. Die Satelliten entstehen in Eigenproduktion in einem Test- und Produktionszentrum in Taizhou in der Küstenprovinz Zhejiang. Bis zu 500 Stück pro Jahr kann das Unternehmen bauen. Es gibt bereits Unternehmen mit Logistikpartnern, deren Lieferfahrzeuge überwacht werden sollen. Es geht um die Optimierung der Lieferkette.
Zwar sind Satelliten die Basis für den nächsten großen technologischen Sprung in der Automobilbranche, doch längst nicht die einzige Voraussetzung (von der Software mal ganz abgesehen). So benötigen die Autos eine passende Empfangseinrichtung. Und hier tut sich Geely noch (!) etwas schwer. Nur drei Modelle aus dem Konzern (Zeekr 001 FR, Zeekr 007 und Geely Galaxy E8) sind derzeit entsprechend ausgerüstet.
Europa: Alleingang bei Satellitenrennen ausgeschlossen
In Europa wissen die Hersteller um die Bedeutung der Satellitentechnik. Und der Bedarf ist da. Europäische Autohersteller haben kein Interesse daran, ihre Daten über chinesische oder amerikanische Satelliten laufen zu lassen. Doch einen Alleingang wie den von Geely in China soll es hier nicht geben.
Aktuell arbeitet hierzulande das Start-up Unio an einer entsprechenden Infrastruktur. Bis zum Jahr 2030 sollen 1.000 Satelliten im All sein. Das Unternehmen hat das Gespräch mit allen großen Automobilherstellern gesucht. Und die sind nicht abgeneigt. Zu den Gründungsinvestoren gehört unter anderem der Raketenhersteller Isar Aerospace, an dem wiederum Porsche beteiligt ist.
Mehr Mobilität aus China
Zwar dominieren Autos das Bild, dass wir von der Mobilität, die aus China kommt, haben, doch ist das Thema natürlich deutlich vielschichtiger. So feierte das Fahrrad in China gerade seinen dritten Frühling. Die Renaissance des Fahrrads in China ist auch politisch gewollt. Ein anderes wichtiges Thema ist der Schiffsverkehr. In der Volksrepublik ist die Frage, welcher Antrieb nach dem Schweröl kommt, von zentraler Bedeutung. Die Schiffsindustrie in China ringt um neue Lösungen. Eine Übersicht meiner Texte für China.Table – ganz ohne Paywall – gibt es hier.


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