Hauptsitzer der Österreichischen NAtionalbank in Wien am Alsergrund.

Meine Steuern, deine Dividende

Österreichs Banken machen Rekordgewinne. Die kommen aus Steuergeld und Gebühren und werden zu Dividenden statt Eigenkapital.

  • Österreichs Banken machen Rekordgewinne.
  • Kunden und Steuerzahler finanzieren Rekord-Dividenden.
  • Eine Geschichte für Arbeit&Wirtschaft.

Selig sind die, die Aktien von Banken haben. Denn das Geschäftsjahr 2023 war für die Geldinstitute in Österreich bereits das zweite Rekordjahr in Folge. Nach einem Überschuss von 10,2 Milliarden Euro im Jahr 2022, waren es 2023 sogar 14,1 Milliarden Euro. Sie profitieren weiterhin von Inflation, einer Regierung, die beide Augen zudrückt und einer spendablen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Einziges Problem: Die Gewinne stammen von den Kunden und den Steuerzahlern.

Woher kommen die Rekordgewinne der österreichischen Banken?

Die Rekordgewinne von Österreichs Banken speisen sich hauptsächlich aus drei Quellen:

  • Österreichs Banken erhalten hohe Zinszahlungen. Für Geld, das die Banken bei der EZB einlagern, erhalten sie aktuell 4 Prozent Zinsen. Und das nutzen die Banken aus. Von September 2022 bis August 2023 waren diese Einlagen österreichischer Geldhäuser 37 Mal so hoch wie im Jahr zuvor. Die EZB musste europaweit mehr als 152 Milliarden Euro an Zinsen auszahlen.
  • Österreichs Banken geben Zinserhöhung nicht weiter. Während die Banken vom erhöhten Leitzins profitieren, schauen die Konsument:innen durch die Finger. 4 Prozent erhalten die Geldhäuser bei der EZB, durchschnittlich gerade einmal 1,04 Prozent bekommen die Sparer:innen.
  • Die Geldhäuser haben die Gebühren angepasst. Im Schatten der Inflation haben auch die Banken ihre Preise angepasst. Seit Mitte 2021 sind die Gebühren um 26 Prozent gestiegen. Das Provisionsergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Milliarden Euro gewachsen. Doch das war auch schon ein Rekordjahr. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau erzielten die Banken hier ein Plus von 3 Milliarden Euro (oder 42 Prozent).

Was ist das Problem an den Rekordgewinnen?

Es gibt bei den Rekordgewinnen der österreichischen Banken zwei zentrale Probleme. Zum einen verwenden die Geldhäuser die Überschüsse nicht, um ihr Eigenkapital aufzubauen – sie schütten stattdessen Rekord-Dividenden aus. Schade. Denn erfahrungsgemäß dürfte das dazu führen, dass die Steuerzahler bei der nächsten (absehbaren) Finanzkrise wieder Milliarden für Rettungsschirme zahlen müssen.

Zum anderen muss die Frage gestellt werden, woher das Geld für die Banken überhaupt kommt. Nämlich von der EZB. Und die finanziert sich aus Geldern der nationalen Notenbanken und damit auch über die Steuerzahler. Und während die Banken Rekordgewinne eingefahren haben, hat die Österreichische Nationalbank im Jahr 2023 einen Verlust von 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. 

Was tun mit Rekordgewinnen?

Da Österreichs Geldhäuser wie erwähnt nicht zum ersten Mal derartige Überschüsse eingefahren haben, ist die Frage, ob sich damit nicht nachhaltiger umgehen ließe. Und tatsächlich gibt es Lösungen, wie Banken und Regierungen mit den Rekordgewinnen umgehen könnten.

Dass die Politik in Österreich durchaus in der Lage ist, auf aktuelle Situationen zu reagieren, machte jüngst die Pleite der Signa Holding deutlich. Die Regierung war derart überrascht, wie groß die Gesetzeslücken und Graubereiche sind, dass sie nachgerade hektisch wurde. Wem Wirtschaftskrimis wie der um René Benko gefallen, wird seine helle Freude an der jüngsten Generation vermeintlicher Milliardäre haben. Von der Skyline auf den Bordstein geht es mitunter in wenigen Tagen.  

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