Die Krisen der vergangenen Jahre haben unser Kaufverhalten geändert. Trotz Sparsamkeit bleibt kaum etwas übrig.
- Wegen der vielen Krisen leben wir deutliche sparsamer.
- Geld bleibt am Monatsende dennoch nicht übrig.
- Eine Geschichte für Arbeit&Wirtschaft.
Urlaub in der Region, Einkaufen beim Discounter und eingeschränkte Freizeitaktivitäten. Die vielen und anhaltenden Krisen der vergangenen Jahre haben unser Kaufverhalten massiv beeinträchtigt. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Krisen & Konsum“, die an der BOKU im Auftrag der Arbeiterkammer stammt. Erstaunlich ist, dass trotz der neuen Sparsamkeit kaum Geld bleibt, um etwas anzusparen oder fürs Alter vorzusorgen.
Krisen beeinflussen den Konsum
Die Krisen reißen nicht ab. Nach Corona kam die Inflation, danach der Angriffskrieg Russland in der Ukraine. Die Klimakatastrophe schwingt bei all dem immer mit. Natürlich hat all das Einfluss auf unser Konsumverhalten – bewusst wie unbewusst. Das liegt an einer neuen Wirklichkeit, an die wir uns derzeit anpassen. Denn die Krisen haben unseren Alltag stark beeinflusst. Wie genau, können Sie hier in der vollständigen Geschichte nachlesen.
Ein Beispiel ist das Berufsleben. Die Studie hat ergeben, dass sich die grundsätzliche Arbeitssituation zwar nicht geändert habe, der Druck aber gewachsen sei. So hätten die Unternehmen die Belastung und Leistungserwartung, Druck und Überwachung stark erhöht. Dazu kommt, dass die Lohnsteigerungen die enorme Teuerung nicht ausgleichen konnten. Es bleibt also weniger Geld übrig.
Entsprechend fahren die Menschen Ausgaben zurück. Dazu gehören Energie, Kleidung, Gesundheitsprodukte und die Benutzung des eigenen Autos. Versicherungen würden kaum noch neue abgeschlossen. Gleichzeitig ändert sich die Art, wann und wie Geld ausgegeben wird. Produkte werden länger genutzt und häufiger repariert und größere Ausgaben (neues Auto, größere Haushaltsgeräte) werden aufgeschoben oder komplett gestrichen. Auch Renovierungs- und Sanierungsarbeiten stehen jetzt unten in der Prioritätenliste.
Unzufriedenheit nach den Krisen
Die Studienteilnehmer:innen erklären, dass sie jetzt verstärkt auf Sonderangebote zurückgreifen und Rabattmarken nutzen. Auch Urlaub in der Region sei stärker nachgefragt als im Ausland – falls die Haushalte sich einen Urlaub überhaupt noch leisten könnten.
Die Studienteilnehmenden artikulierten auch eine nicht unerhebliche Unzufriedenheit mit der Regierung im Umgang mit den unterschiedlichen Krisen. Die größte Unzufriedenheit sei demnach bei der Teuerungskrise entstanden. Die Menschen gaben an, „keine oder zu geringe Hilfe zu erhalten und meinen einhellig, dass die Regierung zu wenig für sie tue.“ Einmalzahlungen seien in Anbetracht nachhaltig gestiegener Preise nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
In Österreich sind 17,5 Prozent der Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Das sind 1,5 Millionen Menschen. Kinder sind stärker betroffen. Hier sind es 22 Prozent – oder 353.000 Kinder im Alter von 0–17 Jahren. Gleichzeitig liegt Österreich im Hinblick auf Vermögensungleichheit in Europa an der Spitze. Die reichsten fünf Prozent der Bürger:innen besitzen 59 Prozent des gesamten Haushaltsvermögens. Die ärmere Hälfte der Menschen besitzt gerade einmal 4,6 Prozent des Vermögens.
Land am Strome
Wer mehr zur Wirtschaft in Österreich erfahren möchte, kann sich einmal mit der Standortpolitik auseinandersetzen. Dem vielen Jammern der Industrie zum Trotz geht es Österreich nämlich hervorragend. Keinen Grund zur Klage haben die Banken. Allerdings kommen deren Gewinne zu großen Teilen von den Steuerzahler:innen. Der ÖGB-Verlag hat auch ein SEO-Projekt zu verschiedenen Themen rund um Arbeit und Wirtschaft. Eine Auswahl der Texte gibt es hier.


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