Digitale Kommunikation hat sich gewandelt. Max Schwinghammer berät zu diesem Thema Unternehmen. Als CEO von Sonicboom war er beim M.U.T.-Podcast.
- Max Schwinghammer ist CEO von Sonicboom.
- Er berät Unternehmen zum Thema digitale Kommunikation.
- Im Internet gilt: Ruhe bewahren.
Die Möglichkeiten endlos, die Erwartungen riesig und die Enttäuschung natürlich gigantisch, wenn es mal wieder nicht geklappt hat, mit der viralen Kampagne. Und das, obwohl es doch so viele Tools und Plattformen, Anwendungen und KI gibt. Moderne, digitale Kommunikation ist nun einmal komplex. Weil sie Ziele und Ansprüche moderieren muss. Weil das Publikum sich eine neue Art des Medienkonsums angewöhnt hat. Und mittendrin steht Max Schwinghammer, CEO bei Sonicboom. Eine Beratungsagentur für digitale Kommunikation aus Wien. Im M.U.T. Podcast erklärt er, wie das so alles funktioniert.
Sonicboom als digitale Schokoladenfabrik
In der digitalen Kommunikation gab es einen Paradigmenwechsel. Früher lautete das Motto „Tue Gutes und rede darüber“. Nach dem Siegeszug hieß es dann „Tue Gutes und lasse andere darüber sprechen“. Doch diese Änderung ist noch nicht bei allen Unternehmen angekommen. Nicht sie beherrschen ihre Kommunikation, sondern die Plattformen von Appel, Amazon, Alphabet und Meta.
Der Wechsel hat sich so schnell vollzogen, dass digitale Kommunikation für viele Menschen völlig zu Recht immer noch extrem undurchsichtig ist. Schwinghammer vergleicht deswegen Sonicboom mit Willy Wonkas Schokoladenfabrik. Mysteriös, für Außenstehende nicht nachvollziehbar, aber das Ergebnis ist außergewöhnlich. Dabei ist das, was Sonicboom macht, keine Hexerei. Das Unternehmen hat nur einfach einen enormen Erfahrungsschatz. Deren Expert:innen wissen, ob es sich lohnt, ein Projekt anzugehen oder nicht.
Denn natürlich hat sich Kommunikation gewandelt. Aber auf jedes Facebook kommen fünf StudiVZ, auf jedes TikTok entfallen drei Vines und auch von Clubhouse spricht heute keiner mehr. Die Lektion: Nicht jedem Trend hinterherlaufen. Man muss nicht immer Schritt halten, glaubt Schwinghammer.
KI und Generation Z
Ein großes Thema im Podcast ist natürlich auch die Künstliche Intelligenz. Ein Thema, in dem Sonicboom extrem fit ist und deswegen eher vorsichtig damit umgeht. Natürlich werde KI unseren Arbeitsalltag auf den Kopf stellen, glaubt Schwinghammer, so wie es der Taschenrechner für Mathematiker getan habe, aber es ist noch völlig unklar, wie Unternehmen davon wirklich profitieren könnten. Die müssten sich erst einmal darüber im Klaren sein, welche Ziele sie eigentlich verfolgen. Bei Sonicboom gäbe es aktuell eine Liste mit 1.250 KI-Tools für Unternehmen – die können alles, gibt Schwinghammer an. Aber: die großen Player (Google und Apple) sind da noch gar nicht dabei.
Digitale Kommunikation bedeutet auch, sich mit den jüngeren Generationen auseinanderzusetzen. Sonicboom hat dafür sogenannte Mystery-Clicker. Das sind Menschen der Generation Z, die sich bestimmte Kampagnen und Angebote im Netz anschauen und bewerten. Sein Fazit: Die Generation Z ist nicht naiv und vergnügungssüchtig. Sie sind divers, vielschichtig und clever und wollen auch so angesprochen werden. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Aufmerksamkeitsspanne kurz ist, weil die genutzten Medien sie so erzogen hätten. In den ersten fünf Sekunden muss die Botschaft untergebracht sein.
Auch müssten Unternehmen, die junge Menschen als Beschäftigte anwerben wollen, anfangen umzudenken. Ehrlichkeit sei dabei das wichtigste Stichwort. Eine diverse und lustige Kampagne, um Jobs zu bewerben, würde nichts bringen, wenn die News-Seite des Unternehmens von alten, weißen Männern dominiert würde, die über CSR philosophieren. Wenn eine Firma nicht divers und jugendlich ist, sollte sie sich auch nicht so bewerben – ein roter Faden sei wichtiger.
Digitale Kommunikation
Der Podcast beleuchtet natürlich auch noch andere Themen. Etwa die Frage, ob Unternehmen auf Social-Media-Plattformen präsent sein wollen, auf denen sie von Fake News umringt sind. Zum Thema der digitalen Kommunikation konnte ich beispielsweise mit Hermann Prax sprechen. Er ist Kommunikationsleiter der Porsche Holding – und Autos zu bewerben, war sicherlich schon einmal leichter. Auch mit Madita Oeming konnte ich schon sprechen. Die einzige deutsche Pornowissenschaftlerin kämpft im Internet gegen Shadowbans. Derweil hat Rana Aktas geschafft, woran viele Konzerne scheitern – sie hat aus User:innen zahlende Kundschaft gemacht.


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