Eine digitasle Roboterhand, die KI darstellt, reicht einem Menschen die Hand.

„Es ist viel zu leicht, KI zu nutzen“

Im Öffentlichen Dienst wird Künstliche Intelligenz oft nur oberflächlich verwendet. Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves plädiert im Interview mit Öffentliche Dienst News für einen tiefergehenden Strukturwandel in der Branche.

  • KI soll der öffentlichen Verwaltung helfen.
  • Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves im Interview.
  • Eine Geschichte für Öffentlicher-Dienst-News.

Lieben, hassen oder kontrovers diskutieren – Künstliche Intelligenz ist all das gewohnt. Fakt ist aber, dass diese Technologie in der öffentlichen Verwaltung angekommen ist. Die aktuelle Bundesregierung hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Verwaltung stärker zu digitalisieren. Der Künstlichen Intelligenz kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Kein Wunder. Schließlich muss die Verwaltung immer mehr Aufgaben übernehmen, kämpft aber mit einem massiven Fachkräftemangel.

Aufgaben für die KI in der Verwaltung

Künstliche Intelligenz kann in der öffentlichen Verwaltung eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen, um die Effizienz zu steigern, die Servicequalität für Bürger zu verbessern und Mitarbeiter von repetitiven Tätigkeiten zu entlasten.

Zu den möglichen Aufgaben gehören:

  • Bearbeitung von Anträgen und Formularen: KI-Systeme können Antragsdokumente analysieren, Daten extrahieren und auf Vollständigkeit prüfen. Dies beschleunigt die Bearbeitung und reduziert Fehler.
  • Verbesserung des Bürger-Services: Chatbots und virtuelle Assistenten können rund um die Uhr häufig gestellte Fragen beantworten, bei der Terminvergabe helfen und Bürger durch komplexe Verwaltungsprozesse führen.
  • Dokumentenmanagement: KI kann eingehende Dokumente automatisch klassifizieren, indizieren und archivieren. Sie kann auch E-Mails zusammenfassen oder die wichtigsten Informationen herausfiltern.
  • Erstellung von Texten: KI-Modelle können Texte wie Bescheide, Berichte oder Ausschreibungsunterlagen generieren oder in leicht verständliche Sprache übersetzen, was gerade bei der Einhaltung von Vorschriften zur Barrierefreiheit hilft.
  • Analyse großer Datenmengen: KI kann riesige Datenmengen, z. B. aus Umfragen oder Sensoren, analysieren, um Muster, Trends oder Anomalien zu erkennen. Dies kann beispielsweise bei der Planung von Infrastrukturprojekten oder der Erkennung von Straßenschäden nützlich sein.
  • Unterstützung im Back Office: KI kann Routineaufgaben wie die Erstellung von Projektplänen, die Identifizierung von Risiken oder die Erstellung von Statusberichten übernehmen und so Mitarbeiter entlasten.
  • Vorausschauende Instandhaltung (Predictive Maintenance): Im Bereich der öffentlichen Infrastruktur kann KI aus Daten lernen, um vorherzusagen, wann eine Wartung oder Reparatur notwendig ist. Ein Beispiel hierfür ist die frühzeitige Erkennung von Straßenschäden.
  • Sicherheitsmaßnahmen: KI kann im Bereich der Cybersicherheit eingesetzt werden, um Bedrohungen zu erkennen und zu neutralisieren.

Der Einsatz von KI in der Verwaltung ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Die Systeme müssen transparent und nachvollziehbar sein, insbesondere bei Entscheidungen, die Bürger direkt betreffen. Auch der Datenschutz spielt eine entscheidende Rolle, vor allem wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden. Die Implementierung erfordert zudem ein gutes Management der Prozesse, der Daten und des Wandels innerhalb der Organisationen.

Interview mit Björn Niehaves

Um etwas mehr Licht in das Thema zu bringen, habe ich für das Fachportal Öffentlicher-Dienst-News mit Professor Dr. Dr. Björn Niehaves gesprochen. Der Informatikprofessor der Universität Bremen leitet die Arbeitsgruppe Digitale Transformation im Öffentlichen Dienst. Im Interview spricht er darüber, wie sinnvoll der Einsatz von KI im Öffentlichen Dienst tatsächlich ist. Sein Fazit: „Ich sage spaßeshalber immer, dass es viel zu leicht ist, KI zu nutzen.“

Sein zentraler Kritikpunkt ist, dass die Nutzung von KI im öffentlichen Dienst oft nur oberflächlich auf der „Tool-Ebene“ stattfindet. Niehaves betont, dass für einen tiefergehenden Wertschöpfungseffekt die Verwaltungen ihre „Hausaufgaben“ machen müssen, wozu er Prozessmanagement, Veränderungsmanagement und Datenmanagement zählt. Ohne diese Grundlagen könne man nicht das volle Potenzial von KI ausschöpfen und eigene, auf den eigenen Daten basierende KI-Systeme entwickeln. Er vergleicht eine Kommune, die nur oberflächlich KI-Tools nutzt, mit einer, die ihre Prozesse im Griff hat und damit für den wirklichen Wandel viel besser aufgestellt ist. Hier geht es zum vollständigen Gespräch.

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