Person hat die Hand am Ladestecker eines Elektroautos. Die fliegen aus dem kommenden Fünfjahresplan der chinesischen Regierung.

China streicht Elektroautos aus dem Fünfjahresplan

Weil sie zu erfolgreich sind, verlieren NEV im kommenden Fünfjahresplan ihren Status als „strategische Industrie“. Dem Markt steht damit ein kleines Beben bevor, vor dem sich die chinesischen Hersteller allerdings nicht fürchten müssen.

  • NEV sind keine „strategische Industrie“ mehr.
  • Degradierung der Elektroautos im kommenden Fünfjahresplan.
  • Eine Geschichte für Table.Media.

Chinas Automarkt bereitet den Marken derzeit wenig Freude. Es herrscht ein brutaler Verdrängungswettbewerb und eine blutige Rabattschlacht frisst selbst den erfolgreichen Herstellern die Marge weg. Es gibt eine gigantische Überproduktion und immer noch eine dreistellige Zahl a Anbietern im Land. Hintergrund ist, dass die New Energy Vehicle (NEV) sich schneller durchgesetzt haben, als Expert:innen erwartet haben, was auch an den massiven Subventionen lag. Doch im kommenden Jahr dürfte sich das ändern. Dann wird die Kommunistische Partei ihren neuen Fünfjahresplan präsentieren. In dem dürften die NEV eine eher untergeordnete Rolle spielen. Was das für die Industrie bedeutet – auch für die westliche – habe ich für Table.Media recherchiert. Die ganze Geschichte gibt es hier (Paywall), an dieser Stelle folgt eine kurze Zusammenfassung.

Wieso die NEV degradiert werden

Ursprünglich hatte die chinesische Regierung äußerst ambitionierte Ziele für die heimische Autoindustrie formuliert und ihr dafür bis zum Jahr 2030 Zeit gegeben. Ganz grob sollten die Hersteller mit elektrifizierten Autos einen Marktanteil von 20 Prozent halten und Fahrzeuge produzieren, die gut genug für den Export sind. Schon fünf Jahre vor der Frist ist jede zweite Neuzulassung in China ein NEV und Marken wie BYD oder Nio sind Technikführer in diesem Bereich. Die Industrie hat die Ziele frühzeitig übererfüllt.

„Die Industrie ist zwar noch nicht am Ziel angekommen, ist aber reif genug, um es alleine auf dem Markt zu erreichen“, sagt Andres Mischer, Analyst beim Thinktank Mercator Institute for China Studies (Merics). Deswegen sieht die Kommunistische Partei auch keinen Grund mehr, die Branche übermäßig zu subventionieren. Kaufprämien, Unterstützung bei Standortgründungen, günstige Kredite, wirtschaftsfreundliche Gesetze … die Liste ist lang. Dürfte mit dem neuen Fünfjahresplan aber deutlich kürzer ausfallen.

Mit der Degradierung der NEV adressiert die Regierung auch die aktuellen Probleme auf dem Markt. Viele Marken, vor allem die, die nur lokal produzieren und stark von einzelnen Provinzen gefördert werden, sollen schließen. Mehr Wettbewerb soll das beschleunigen.

Was bedeutet der neue Fünfjahresplan für westliche Marken

Eine Hoffnung der westlichen Hersteller könnte sein, dass mit dem Wegfall der Subventionen ein fairer Markt entsteht, auf dem sie selbst wieder reüssieren können. Ein zweiter chinesischer Frühling also für Volkswagen, Mercedes und Co. Mischer glaubt nicht daran. „Die chinesischen Hersteller sind in dem Bereich mittlerweile zu etabliert und verstehen, was der chinesische Kunde will.“ Tatsächlich hat der Branchenverband China Society of Automotive Engineers (CSAE) einen eigenen Fahrplan für die Industrie bis 2040 veröffentlicht, der zeigt, dass die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist (mehr dazu im Text bei Table.Media).

Während der chinesische Kamerahersteller Hikvision bei diversen Regierungen auf der Blacklist steht, intensiviert die Polizei Hamburg ab November 2025 deren Einsatz – eine Geschichte für @table.mediaZusammenfassung:punkt-am-ende.work/2025/10/28/p…Ganze Geschichte:table.media/china/analys…

Christian Domke Seidel (@domkeseidel.bsky.social) 2025-10-28T09:53:59.375Z

Tatsächlich dürften westliche Marken sogar verstärkt Konkurrenz auf dem Heimatmarkt bekommen. Die EU hat nämlich ihre Zölle auf chinesische Autos vor allem mit den Subventionen begründet. Fallen diese Zuwendungen jedoch weg, müssten auch die Abgaben gestrichen werden.

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Auch der Boom der Elektroautos hat dazu beigetragen, dass die chinesische Regierung bei der Energiewende ein noch schnelleres Tempo vorgibt. Dabei geht es aber weniger um die Minimierung der Emissionen, sondern vielmehr um Unabhängigkeit von Energieimporten. Chinas Autohersteller arbeiten derweil am nächsten Durchbruch – dem autonomen Fahren. So gibt es in der Volksrepublik mittlerweile Versicherungen, die Schäden abdecken, die das System verursacht hat.