LLMoin, F13, Data Port und andere Fachbegriffe zur Künstlichen Intelligenz i, öffentlichen Dienst einfach erklärt.

KI-Zugpferde in der Verwaltung: LLMoin und F13 einfach erklärt

Künstliche Intelligenz soll den öffentlichen Dienst effizienter und digitaler machen. Die Systeme LLMoin und F13 sind dabei besonders beliebt. Was sie können, erfahren Sie hier.

  • Übersicht: Künstliche Intelligenz in der Verwaltung der Bundesländer.
  • Die KI-Systeme LLMoin und F13 einfach erklärt.
  • Eine Geschichte für Öffentlicher Dienst News.

Der öffentliche Dienst steht unter Druck. Die Modernisierungsagenda der Regierung sieht vor, dass die Verwaltung mit weniger Personal mehr Aufgaben in kürzerer Zeit erledigen soll. Der künstlichen Intelligenz fällt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie ist immer noch so etwas wie eine Zaubertechnologie. Auch, wenn in der Praxis die Ergebnisse häufig ausbleiben. Für das Fachportal Öffentlicher-Dienst-News habe ich eine Übersicht über die Lösungsansätze der einzelnen Bundesländer erstellt – die ist hier (ohne Paywall) in voller Länge einsehbar. Hier erkläre ich ein paar der zentralen Lösungen.

LLMoin und F13: Die wichtigsten KI-Lösungen in der Verwaltung

Zwar gehen die 16 Bundesländer unterschiedlich an das Thema Künstliche Intelligenz heran, doch gibt es dennoch zwei Systeme, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen: LLMoin und F13.

LLMoin ist ein intelligenter Schreib- und Recherche-Assistent für Beamte. Das Tool fasst Fachdokumente zusammen, macht aus Verwaltungstexten halbwegs bürgerfreundliche E-Mails und beantwortet Fragen zu hochgeladenen Unterlagen. Dabei setzt das System auf eine intuitive Benutzerführung. Statt kryptischer Befehle leitet ein einfacher Dialog die Mitarbeitenden durch die Aufgaben. Technisch nutzt LLMoin derzeit das GPT-4o von OpenAI, das über die gesicherte Cloud-Infrastruktur von Microsoft Azure bereitgestellt wird.

Die Datenverarbeitung erfolgt bei LLMoin ausschließlich in europäischen Rechenzentren und die eingegebenen Informationen dienen nicht dem Training der KI-Modelle. Zudem ist das System „modellagnostisch“ aufgebaut. Das bedeutet, dass die Verwaltung das zugrundeliegende Sprachmodell künftig flexibel austauschen kann, um technologisch unabhängig zu bleiben. Neben Hamburg setzten auch Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz auf LLMoin.

F13 gilt als Flaggschiff der Open-Source-Bewegung im öffentlichen Dienst. Ursprünglich im baden-württembergischen Innovationslabor (InnoLab_bw) entwickelt, steht der Quellcode heute allen Behörden zur freien Nachnutzung zur Verfügung. Das System setzt auf digitale Souveränität. Die Software läuft nicht auf fremden Servern, sondern wird direkt in den hochsicheren, landeseigenen Rechenzentren betrieben. Damit bleibt die Hoheit über sensible Daten vollständig beim Staat.

Die Aufgaben sind ähnlich wie bei LLMoin. F13 unterstützt die Beschäftigten beim Sichten und Erstellen von Texten. Die KI-Assistenz fasst umfangreiche Dokumente zusammen, recherchiert in internen Wissensdatenbanken und erstellt Entwürfe für Vermerke oder Beschlüsse. Ein entscheidender Vorteil ist das integrierte RAG-Verfahren (Retrieval Augmented Generation): Die KI stützt ihre Antworten primär auf die ihr zugewiesenen Behörden-Dokumente und verringert so das Risiko von Falschinformationen („Halluzinationen“) erheblich. F13 wird in Baden-Württemberg, dem Saarland, Thüringen und Rheinland-Pfalz eingesetzt.

Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, kann sich bald über ein modernisiertes Dienstrecht freuen. U. a. enthalten: Wer gute Arbeit leistet, kann befördert werden, auch wenn der akademische Titel fehlt. Kurz::punkt-am-ende.work/2026/01/27/b…Lang:oeffentlicher-dienst-news.de/neues-dienst…

Christian Domke Seidel (@domkeseidel.bsky.social) 2026-01-27T08:13:57.722Z

Wissenswertes zur KI in der Verwaltung

In der Übersicht zum Einsatz Künstlichen Intelligenz in den Bundesländern kommen einige Unternehmen und Programme häufiger vor. Hier lohnt sich eine kurze Erläuterung.

  • Data Port: Eine Anstalt des öffentlichen Rechts und quasi der „Haus-IT-Dienstleister“ für Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Sachsen-Anhalt und Teile von Niedersachsen. Dataport hat LLMoin technisch umgesetzt und betreibt es in seinen Hochsicherheits-Rechenzentren. Ohne Dataport hätten die norddeutschen Länder keinen Zugriff auf diese gesicherten KI-Infrastrukturen. Sie fungieren als Brücke zwischen der modernen KI-Welt (wie OpenAI) und den strengen deutschen Datenschutzvorgaben.
  • Aleph Alpha: Das Start-up aus Heidelberg wird oft als das „europäische OpenAI“ bezeichnet. Sie waren der ursprüngliche Partner für den F13-Prototyp in Baden-Württemberg. Ihr Modell „Luminous“ wurde speziell dafür entwickelt, transparent und nachvollziehbar zu sein. Auch wenn die Vollversion von F13 mittlerweile modellunabhängig ist, bleibt Aleph Alpha der wichtigste strategische Partner für Verwaltungen, die keine US-Technik nutzen wollen.
  • Open CoDE: Ist eine gemeinsame Plattform von Bund und Ländern für quelloffene Software in der Verwaltung. Hier wird der Programmcode von Projekten wie F13 hochgeladen. Es ist wie ein „App-Store“ für Behörden, nur dass alles kostenlos ist und jeder den Code verbessern darf. Das verhindert, dass jedes Bundesland das Rad neu erfinden muss.
  • RAG – Retrieval Augmented Generation: In der Verwaltung ist „Fakten-Treue“ wichtiger als Kreativität. RAG ist der Standard für Tools wie BärGPT (Berlin) oder F13 und soll verhindern, dass KIs anfangen zu halluzinieren. Normalerweise antwortet eine KI aus ihrem „Gedächtnis“. Bei RAG schaut die KI zuerst in einem digitalen Aktenordner nach (z. B. den Pressemitteilungen des Landes). Sie liest das Dokument und formuliert erst dann die Antwort, basierend auf diesen Fakten.

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