Auch auf politischen Wunsch setzt in China das Fahrrad gerade zu seinem mittlerweile dritten Siegeszug an. Diesmal soll er nachhaltig gelingen.
- China fördert den Radverkehr.
- Autoverkehr soll zurückgedrängt werden.
- Eine Geschichte für China.Table.
Oft lässt sich „Aber China“ hören. Worte, die so etwas wie ein Argument einleiten sollen, das erklärt, warum Klimaschutz in Europa keinen Sinn ergeben würde. Nur ist das Argument in den vergangenen Jahren zerbröselt. Zum einen wegen enormer Investitionen in erneuerbare Energien. Und zum anderen feiert das Fahrrad gerade seine dritte Renaissance in der Volksrepublik. Sie soll nachhaltig sein. Die ganze Geschichte heißt ganz pragmatisch „Nach Jahrzehnten der Auto-Dominanz: Das Fahrrad kommt zurück“ und ist bei China.Table hinter einer Paywall zu lesen. Hier gibt es eine kurze Zusammenfassung.
Das Fahrrad feiert in China ein Comeback
Fahrräder bildeten Jahrzehnte das Rückgrat der Mobilität in China. Sie waren unersetzlich als Lasten- und Transportfahrzeug. Doch mit dem enormen Wohlstandsgewinn des Landes veränderte sich die Situation – Autos übernahmen die Straßen. Mehr noch. Sie entwickelten sich zu einem Treiber des Wohlstands. Heute ist die Elektromobilität für China Wirtschaftsmotor und zentraler Baustein der geostrategischen Wirtschaftspolitik.
Ein erstes Comeback feierte das Fahrrad in den 2010er Jahren. Leihfahrräder hatten damals einen guten Ruf, auch angesichts verstopfter Straßen. Es folgte ein Boom, der hundert Millionen Leihfahrräder in die Städte brachte. Als ein Anbieter nach dem anderen in die Pleite schlitterte, blieben riesige Müllberge zurück. Teilweise hatten die Fahrräder Solarzellen, Displays und Akkus verbaut. Bilder von gigantischen Fahrrad-Friedhöfen gingen im Jahr 2018 um die Welt. Auf die Konsolidierung des Marktes folgte eine Regulierung.
Klimawandel und verstopfte Straßen
Einen erneuten Popularitätsschub erhielten Fahrräder während der Coronapandemie. Als der Öffentliche Personennahverkehr für viele Menschen keine Alternative mehr war, stiegen sie auf Räder um. Ein Trend, der sich nur noch verstärkt hat. Denn dem ambitionierten Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2060 muss sich in China ach der verkehr unterordnen. Die Straßen der stetig wachsenden Städte sind verstopft – ob mit Benzinern oder Elektroautos spielt da erstmal keine Rolle.
Beinahe alle größeren Städte haben deswegen Verkehrsentwicklungspläne, die einen massiven Ausbau des Fahrradverkehrs beinhalten. Sei es mit baulichen Maßnahmen wie in Shenzhen (Straßen dürfen hier nur gebaut werden, wenn ein Fahrradweg mitgeplant wird) oder mit gesetzlichen Maßnahmen wie in Hangzhou (Leihfahrräder sind hier kostenlos).
Verkehrswende in China
Diese Verkehrswende in China wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen einer Studie begleitet. Sie entsteht im Auftrag des deutschen und des chinesischen Verkehrsministeriums. Es geht darum, dass beide Länder voneinander lernen können. In Deutschland wirft man einen genauen Blick auf das System und die Funktionsweise der Leihfahrräder. Während die chinesischen Verantwortlichen sich unsere Verkehrskonzepte genauer anschauen. Beispielsweise das Netz an Radschnellwegen und um Frankfurt am Main. Es findet ein Umdenken statt. Zu groß sind die Probleme im Automobilbau, als das sie ignoriert werden könnten. Sei es die Zwangsarbeit, die auch hierzulande in den Fahrzeugen steckt. Oder die enormen Unwägbarkeiten für Zulieferer wie OEM auf dem chinesischen Markt gleichermaßen.


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