Die Schiffsindustrie ringt um neue Antriebslösungen. Methanol und Ammoniak stehen als Nachfolger in den Startlöchern.
- Containerschiffe müssen umweltfreundlicher werden.
- Methanolschiff pendelt zwischen China und Europa.
- Eine Geschichte für Table.Media
Die Schiffsfahrt bereitet sich auf die eigene Energiewende vor. Sie ist für weltweit etwa drei Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich – also etwa eine Milliarde Tonnen pro Jahr. Neue Antriebsarten sollen den Ausstoß reduzieren. Vor allem Methanol und Ammoniak gelten als hoffnungsvolle Alternativen. Mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Mehr gibt es in der vollständigen Geschichte – hier kommt eine kurze Zusammenfassung.
Schiffsverkehr: Drei alternative Antriebe denkbar
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat der Branche ambitionierte Ziele für die Energiewende gesteckt. Bis zum Jahr 2030 soll der Kohlendioxidausstoß der Seeschifffahrt um 20 Prozent sinken. Bis 2040 um 70 Prozent. Klimaneutralität soll im Jahr 2050 erreicht sein. Dabei stehen drei alternative Antriebe im Fokus:
- LNG: Weit verbreitet und leicht einzusetzen. Allerdings lässt sich nur kurzfristig CO₂ einsparen, da auch LNG ein fossiler Brennstoff ist.
- Ammoniak: Wird für Dünge- und Reinigungsmittel, Kunst- und Farbstoffe bereits in großem Stil produziert. Ist allerdings leicht entzündlich und in hoher Konzentration tödlich.
- Methanol: Noch ist die Produktionsmenge zu gering, allerdings ist Methanol im Meerwasser löslich, was die Umweltschäden minimiert.
Unter anderem die dänische Reederei Maersk setzt auf Methanol. Noch im Januar 2024 nimmt sie einen Containerriesen (16.000 TEU) mit entsprechendem Antrieb in Betrieb. Das Schiff soll zwischen China und Europa fahren.
China im Schiffbau führend
China wird aufgrund der umweltpolitischen Ziele und der Anforderungen der Reedereien also seine Schiffsproduktion umzustellen. Die Volksrepublik ist der weltgrößte Schiffsproduzent. Im ersten Halbjahr legten die Bestellungen für neue Schiffe um 73 Prozent zu. Aktuell hat China laut Clarkson Research damit einen Marktanteil von 58,5 Prozent. Auf Platz zwei und drei folgen Südkorea (29 Prozent) und Japan (7,9 Prozent).
Allerdings baut China vorwiegend Schiffe mit konventionellem Antrieb. Die Werften werden für günstige Preise und schnellen Bau geschätzt – nicht für innovative, umweltfreundliche Energien. Die angesprochenen Zukunftstechnologien kommen in erster Linie aus Südkorea. Doch China wird schnell reagieren müssen. Seit dem Jahr 2024 wird in Europa der Schiffsverkehr in den Emissionshandel einbezogen. Das verteuert den Transport mit den herkömmlichen Schweröl-Schiffen.
Erste Änderungen sind bereits sichtbar. „China ist der größte Produzent und Verbraucher von Methanol weltweit. Es kommt seit vielen Jahren zum Einsatz, nicht nur als Baustein für die Herstellung von Chemikalien, sondern auch als sauberer Brennstoff in Industriekesseln, Personen- und Schwerlastfahrzeugen“, fasste damals Chris Chatterton das Ergebnis im Fachmagazin THB (Täglicher Hafenbericht) zusammen. Er ist Chief Operating Officer (COO) des Methanol Institutes, einem internationalen Zusammenschluss von Methanol-Produzenten. Es gibt bereits entsprechende Kooperation und Industrie-Projekte.
Mobilität in China
Überhaupt ändert sich beim Thema Mobilität in China gerade viel. Zum einen feiert das Fahrrad wieder ein Comeback. Zum anderen geraten die deutschen Hersteller, die jahrelang gute Gewinne in der Volksrepublik erwirtschaften konnten, zunehmend unter Druck. Es ist an der Zeit, eine neue China-Strategie zu erarbeiten.


Hinterlasse einen Kommentar