Das autonom fahrende Robotertaxi Apollo Go RT6 des chinesischen Tech-Riesen Baidu.

Chinas autonome Robotertaxis in Deutschland

Lyft hat Freenow übernommen und kommt nach Europa. Und damit auch die autonom fahrenden Robotertaxis des chinesischen Tech-Riesen Baidu.

  • Europastart von Lyft im Jahr 2026.
  • Autonome Robotertaxis von Baidu.
  • Eine Geschichte für Table.Media.

Viele Kund:innen sehen im autonomen Fahren den nächsten großen Schritt im Bereich der Mobilität. Entsprechend investieren die Hersteller enorme Summen in Forschung und Entwicklung. Ganz vorne mit dabei sind die Anbieter aus China. Der Tech-Riese Baidu, der seine eigenen autonomen Fahrzeuge namens Apollo Go anbietet, geht bald in Europa an den Start – die ganze Geschichte lesen Sie hier (Paywall). An dieser Stelle fasse ich das Thema kurz zusammen.

Europastart von Lyft

Lyft ist eine amerikanische Ride-Hailing-Plattform mit einem ähnlichen Geschäftsmodell wie Uber. Um in Europa Fuß zu fassen hat, hat das Unternehmen den deutschen Anbieter Freenow übernommen. Dafür hat es umgerechnet 175 Millionen Euro an BMW und Mercedes gezahlt. Freenow versteht sich als Mobilitätsapp und bietet auch andere Optionen – etwa Zweiräder, Carsharing oder klassische Taxis.

Die Übernahme von Freenow bietet Lyft vor allem einen strategischen Vorteil. Denn die Amerikaner bekommen damit nicht nur eine etablierte Anwendung, die bei den Kund:innen bekannt ist und verlässlich arbeitet, sondern auch Kontakte zu den Behörden, den Gesetzgebern und anderen öffentlichen Entscheidungsträgern. Das ist wichtig. Denn Lyft kooperiert für den Europastart mit Baidu.

Der chinesische Tech-Konzern ist seit Jahren dabei, sein Portfolio zu diversifizieren, und setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Ein Teil der Forschung und Entwicklung ist dabei das autonome Fahren. Baidu stellt das Robotaxi Apollo Go her, das mit dem RT6 mittlerweile in seine – nomen est omen – sechste Generation geht. Trotz geringer Stückzahlen machte der Konzern im zweiten Quartal 2025 erstmals Gewinne mit dieser Sparte.

Theoretisch könnten autonome Robotertaxis den Fahrpreis für eine Taxifahrt halbieren, rechnet zumindest Baidu vor. In der Praxis sind die Fahrzeuge aber selbst in China auf bestimmte Bereiche beschränkt. In Deutschland und England im kommenden Jahr erst recht. Doch für Baidu ist es wichtig, einen ersten Schritt auf den Markt zu machen.

Chinesische KI-Firmen auf Expansionskurs

Die ganze chinesische KI-Branche ist derzeit auf Expansionskurs. Die chinesischen Entwickler von Momenta wollen mit dem US-Dienst Uber selbstfahrende Fahrzeuge in Märkten außerhalb der USA und Chinas einführen. Der Europastart ist ebenfalls für 2026 geplant. Uber integrierte in der zweiten Jahreshälfte 2025 auch die Robotaxi-Flotte des chinesischen Start-ups Pony.ai in seine Plattform – zunächst im Nahen Osten. Pony.ai konnte seine Einnahmen aus Fahrpreisen in kurzer Zeit verneunfachen. In Abu Dhabi und Dubai rollen bereits autonome Taxis von WeRide, einem weiteren ambitionierten chinesischen Hersteller autonomer Fahrzeuge, über die Straße. Auch dies geschieht im Dienst von Uber. Hier gibt es die ganze Geschichte „Lyft und Baidu: Chinas Robotaxi-Offensive kommt nach Europa“.

Das Ende der Ein-Kind-Politik eröffnete chinesischen Familienunternehmen neue Möglichkeiten. Das führte häufig zu falschen Entscheidungen und dem Einsatz illegaler Mittel. Zusammenfassungpunkt-am-ende.work/2025/08/28/d…Ganze Geschichte bei @table.mediatable.media/china/analys…

Christian Domke Seidel (@domkeseidel.bsky.social) 2025-08-28T10:32:21.241Z

Darin wird auch beleuchtet, was es bedeutet, dass ein amerikanisches Unternehmen mit einem chinesischen Konzern in Europa zusammenarbeitet. Und ob die deutschen Hersteller Gefahr laufen, nicht nur in der Elektromobilität, sondern auch beim autonomen Fahren den Anschluss zu verlieren. Chinesische Hersteller sind hier nämlich schon einen Schritt weiter – dort gibt es mittlerweile Versicherungen gegen Schäden, die autonome Systeme verursacht haben.