Der BYD Atto 3. Deutsche Autohändler setzen verstärkt auf chinesische Automarken.

Chinesische Marken werden zum Must-Have für Autohändler

In den Verkaufsräumen deutscher Autohändler herrscht Goldgräberstimmung. Chinesische Marken sichern sich ein wachsendes Stück vom Kuchen und die Händler wollen dabei sein.

  • Marktanteil chinesischer Automarken in Deutschland wächst.
  • Immer mehr Händler nehmen BYD, MG und Co. ins Programm.
  • Eine Geschichte für Table Media.

Der deutsche Neuwagenmarkt ist stabil, aber gesättigt. Längst gibt es Markenpräferenzen und hohe Eintrittshürden, was die Durchlässigkeit gering hält. Doch die chinesischen Autohersteller investieren seit Jahren Milliardenbeträge, um die globale Rangfolge auf den Kopf zu stellen. Eine Änderung, die jetzt auch in den deutschen Autohäusern ankommt. Während die etablierten westlichen Hersteller mit Gewinnwarnungen und Strukturproblemen kämpfen, öffnen Europas größte Handelsgruppen ihre Türen weit für neue Player aus Fernost.

Chinesische Automarken: Schleichender Wandel

Dass dies kein vorübergehender Trend ist, belegen die jüngsten Marktdaten. Im September 2025 kletterte der Marktanteil chinesischer Fabrikate bei den Neuzulassungen auf einen Rekordwert von über sieben Prozent. Besonders beeindruckend ist die Dynamik im direkten Vergleich: Marken wie BYD ziehen im europäischen Ranking mittlerweile an Urgesteinen wie Fiat vorbei. Auch MG hat sich fest etabliert und lässt namhafte Konkurrenten wie Nissan oder Volvo hinter sich. Mehr zu den Zahlen lesen Sie in der ganzen Geschichte: Chinesische Automarken: Aufgehende Sterne für Europas Händler (Pawall).

Doch das Problem an einem gesättigten Markt ist, dass die Gewinne der einen fast zwangsläufig die Verluste eines anderen bedeuten. Und die Händler stehen zwischen den Stühlen, weswegen für sie der Schritt zu den Marken aus China ein Schritt der Notwendigkeit ist. Sie beobachten mit Sorge, wie ihre langjährigen westlichen Partner mit starren Strukturen und einer schleppenden Modellpolitik kämpfen.

Zudem belasten die prunkvollen Showrooms, die westliche Hersteller ihren Partnern oft vorschreiben, die Renditen. In einer Zeit, in der das Vertrauen der Kunden durch Gewinnwarnungen und Berichte über Werksschließungen erschüttert ist, suchen Händler nach flexiblen und günstigen Alternativen. Chinesische Hersteller geben sich da pragmatisch. Die westlichen Automobilriesen reagieren teilweise nervös auf diese Offensive. Hinter den Kulissen wächst der Druck auf die Händlergruppen, die Exoten nicht zu offensiv zu bewerben.

Geringe Kosten, hohe Geschwindigkeit

Für den Text habe ich unter anderem mit Andreas Knipp, Geschäftsführer der JST Senger GmbH gesprochen. Er ist bei der Händlergruppe für die chinesischen Marken zuständig. Er ist unter anderem von der Geschwindigkeit der neuen Partner beeindruckt. „Wir bekamen die ersten Autos angeliefert, bevor wir überhaupt wussten, wie wir sie ins System integrieren, sie anmelden und fahrbereit machen können.“

Einen zweiten, wichtigen Punkt betont im Interview Steve Young, Managing Director beim Händlerberater ICDP. „Die europäischen Händler, mit denen wir gesprochen haben, sind von Tag eins an profitabel und haben innerhalb von drei Jahren ihre Investitionen wieder reingeholt.“ Das liegt vor allem an den geringen Investitionskosten. Statt einiger Millionen Euro, die fällig werden würden, um einen Showroom für westliche Marken einzurichten, seien es bei chinesischen nur 150.000 bis 300.000 Euro. Mehr dazu gibt es in der vollständigen Geschichte.

Mert Bulan hat die App Franzbrötchen herausgebracht. Er hat Datenschätze gehoben und intuitiv einsehbar gemacht, die zwar verfügbar, aber deswegen nicht verwendbar sind. Mit der App entdeckt er selbst die Stadt und lädt alle ein, sie mit ihm zu entdecken. punkt-am-ende.work/2025/12/03/f…

Christian Domke Seidel (@domkeseidel.bsky.social) 2025-12-03T10:25:24.962Z

Chinas Automarken im Aufwind

Doch nicht nur in Deutschland reüssieren chinesische Automarken gerade. Selbst die Robotaxis von Lyft werden hierzulande bald auf der Straße zu sehen sein. Auch in Brasilien haben die Hersteller aus der Volksrepublik erfolgreiche Jahre hinter sich. Ob das so bleibt, bezweifeln Marktbeobachter allerdings. Tatsächlich sind BYD, Xpeng und Co. so erfolgreich, dass die kommunistische Partei im kommenden Fünfjahresplan den New Energy Vehicle den Status als „strategische Industrie“ aberkennt. Sie werden also weniger gefördert.