Mit einem Außenhandelsumsatz von 251,8 Milliarden Euro führt China die Liste der wichtigsten Handelspartner Deutschlands wieder an. Dabei zeigt der detaillierte Blick in die Statistik: Vor allem Importe bei Hightech-Gütern und Maschinen boomen, während der deutsche Exportüberschuss insgesamt schwindet. Hier gibt es einen Überblick über die wertvollsten Import- und Exportgüter im Außenhandel mit China 2025.
- Deutschlands Handelsvolumen mit China betrug im Jahr 2025 insgesamt eine Viertelbillion Euro.
- Deutschlands Außenhandel mit China ist 2025 von einem Rekord-Handelsdefizit von 89,3 Milliarden Euro geprägt.
- Während deutsche Importe bei Elektronik und Maschinen massiv zulegen, geraten die Exporte „Made in Germany“ unter Druck.
China hat die USA im Jahr 2025 wieder als wichtigsten Handelspartner abgelöst. Das ist nicht bloß eine statistische Spielerei, sondern spiegelt die politische Großwetterlage wider. Hauptverantwortlich dafür ist die protektionistische Handelspolitik unter US-Präsident Donald Trump. Die Folge sind ein Rückgang des Handelsvolumens mit den USA um 5,0 Prozent sowie ein Einbruch der deutschen Exporte dorthin um 9,4 Prozent.
Die US-Handelsschranken haben auch dazu geführt, dass sich chinesische Produzenten neue Absatzmärkte gesucht haben. Darunter auch Deutschland. Kein Wunder. Die deutsche Energiewende treibt den Bedarf an chinesischen Technologien. Besonders bei elektrischen Ausrüstungen (+14,8 %) und Maschinen (+11,6 %) zeigt sich, dass Deutschland bei der Transformation auf Komponenten aus Fernost angewiesen ist. Die Summe der Teile macht einen um 2,1 Prozent gewachsenen Außenhandelsumsatz aus.
Rekord-Handelsdefizit: Die Kehrseite der Medaille
Diese Dynamik führt jedoch zu einer massiven Schieflage in der Bilanz – nämlich einem Rekord-Handelsdefizit von 89,3 Milliarden Euro. Deutschland kauft in China also für wesentlich mehr Geld ein, als es durch eigene Verkäufe dorthin einnimmt. Während die Importe aus der Volksrepublik auf 170,6 Milliarden Euro anschwollen, sank die Nachfrage nach Produkten „Made in Germany“ in China zeitgleich um 9,7 % auf nur noch 81,3 Milliarden Euro.
Für eine klassische Exportnation wie Deutschland ist das ein alarmierendes Signal. Das Defizit hat sich innerhalb eines Jahres um über 22 Milliarden Euro vergrößert. Es verdeutlicht nicht nur eine wachsende einseitige Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten, sondern zeigt auch, dass deutsche Unternehmen auf dem chinesischen Markt zunehmend durch lokale Wettbewerber verdrängt werden.
Deutschlands wichtigsten Importe aus China 2025
China ist für die deutsche Wirtschaft zu einem unverzichtbaren Hochtechnologie-Lieferanten aufgestiegen. Mit einem Importwert von über 170 Milliarden Euro dominieren vor allem elektronische und elektrotechnische Güter das Bild. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt in diesem Zusammenhang vor einer „De-Risking-Illusion“. In kritischen Sektoren wie der Batterietechnik und bei Seltenen Erden haben sich die Abhängigkeiten sogar verfestigt. Hier sind die 20 wichtigsten Warengruppen, die Deutschland im Jahr 2025 aus China importiert hat.
| Rang | Warengruppe | Wert (Mrd. €) | Beschreibung |
| 1 | Elektrotechnische Erzeugnisse | 59,5 | Smartphones, Chips, Batterien, Elektronikbauteile |
| 2 | Maschinen, Apparate, mechanische Geräte | 33 | Industriemaschinen, Pumpen, Werkzeugmaschinen |
| 3 | Kraftfahrzeuge, Landfahrzeuge | 8,5 | E-Autos, Fahrräder, Fahrzeugteile |
| 4 | Möbel, Beleuchtungskörper usw. | 6,2 | Wohnungseinrichtung, LED-Technik, Designartikel |
| 5 | Bekleidung (aus Gewirken/Gestricken) | 5,6 | T-Shirts, Pullover, Unterwäsche (Strickwaren) |
| 6 | Optische, photografische Erzeugnisse | 5,4 | Messgeräte, Linsen, Kameras, Medizintechnik |
| 7 | Andere Bekleidung, Bekleidungszubehör | 5,1 | Mäntel, Hosen, Textilbekleidung (nicht gestrickt) |
| 8 | Spielzeug, Spiele, Sportgeräte | 5,0 | Spielwaren, Fitnessgeräte, Videospiele |
| 9 | Kunststoffe und Waren daraus | 4,3 | Verpackungen, Gehäuse, technische Kunststoffe |
| 10 | Waren aus Eisen oder Stahl | 3,9 | Rohre, Profile, Haushaltswaren aus Metall |
| 11 | Schuhe, Gamaschen, ähnliche Waren | 3,3 | Sportschuhe, Lederschuhe, Stiefel |
| 12 | Organische chemische Erzeugnisse | 3,3 | Vorprodukte für Pharma und Chemieindustrie |
| 13 | Lederwaren, Sattlerwaren | 2,0 | Handtaschen, Koffer, Reiseartikel |
| 14 | Andere Konfektion, Spinnstoffwaren | 1,7 | Bettwäsche, Vorhänge, Textilwaren |
| 15 | Werkzeuge, Schneidwaren, Besteck | 1,7 | Handwerkzeuge, Bestecksets, Scheren |
| 16 | Kautschuk und Waren daraus | 1,6 | Reifen, Dichtungen, Gummiprofile |
| 17 | Verschiedene Waren aus Metallen | 1,2 | Schlösser, Beschläge, Scharniere |
| 18 | Verschiedene Waren | 1,1 | Sonstige Konsumgüter und vermischte Waren |
| 19 | Wasserfahrzeuge | 1,0 | Schiffe, Boote, schwimmende Vorrichtungen |
| 20 | Aluminium und Waren daraus | 0,9 | Profile, Folien, Aluminiumbauteile |
Quelle: Statistisches Bundesamt
Deutschlands wichtigste Exporte nach China 2025
Während China vorwiegend Elektronik und Maschinen nach Deutschland liefert, konzentriert sich die deutsche Industrie auf den Export hochspezialisierter Investitionsgüter. Auffallend ist jedoch, dass selbst die stärksten Exportgruppen – wie der Maschinenbau und die Elektrotechnik – wertmäßig deutlich unter den vergleichbaren Importwerten liegen. Hintergrund ist, dass deutsche Unternehmen verstärkt vor Ort in China produzieren.
| Rang | Warengruppe | Wert (Mrd. €) | Charakteristik |
| 1 | Maschinen, Apparate, mechanische Geräte | 18,6 | Spezialmaschinen, Werkzeugmaschinen, Industrieanlagen |
| 2 | Elektrotechnische Erzeugnisse | 17,3 | Elektronikbauteile, Halbleiter, Messtechnik |
| 3 | Kraftfahrzeuge, Landfahrzeuge | 13,0 | Premium-PKW, Fahrzeugteile, Fahrgestelle |
| 4 | Optische, photografische Erzeugnisse | 8,2 | Medizintechnik, Objektive, Präzisionsinstrumente |
| 5 | Luftfahrzeuge, Raumfahrzeuge | 4,3 | Flugzeugteile, Triebwerke, Raumfahrttechnik |
| 6 | Pharmazeutische Erzeugnisse | 3,6 | Medikamente, biotechnologische Produkte, Impfstoffe |
| 7 | Kunststoffe und Waren daraus | 2,7 | Hochleistungskunststoffe, technische Formteile |
| 8 | Verschiedene chemische Erzeugnisse | 1,7 | Spezialchemie, Additive, Industriegase |
| 9 | Waren aus Eisen oder Stahl | 1,2 | Präzisionsstahlrohre, Befestigungstechnik |
| 10 | Organische chemische Erzeugnisse | 1,0 | Chemische Grundstoffe, Lösungsmittel |
| 11 | Kautschuk und Waren daraus | 0,7 | Industriereifen, Dichtungen, Gummiprofile |
| 12 | Kupfer und Waren daraus | 0,7 | Kupferlegierungen, Drähte, Halbfabrikate |
| 13 | Anorganische chemische Erzeugnisse | 0,6 | Industriesalze, Grundchemikalien |
| 14 | Zubereitungen aus Getreide, Backwaren | 0,5 | Speziallebensmittel, hochwertige Backwaren |
| 15 | Seifen, Waschmittel usw. | 0,5 | Industriereiniger, Waschsubstanzen, Pflegestoffe |
| 16 | Eisen und Stahl | 0,5 | Edelstahl, Speziallegierungen, Gusswaren |
| 17 | Eiweißstoffe, Klebstoffe, Enzyme | 0,4 | Industrieklebstoffe, Enzyme für die Produktion |
| 18 | Gerb- und Farbstoffe, Farben, Lacke | 0,4 | Industrielacke, Pigmente, Beschichtungen |
| 19 | Glas und Glaswaren | 0,4 | Spezialglas, technisches Glas, Laborglas |
| 20 | Werkzeuge, Schneidwaren, Besteck | 0,4 | Industriewerkzeuge, Präzisionsschneidwaren |
Quelle: Statistisches Bundesamt
Deutschlands Handel mit China: Strukturelle Unterschiede
Die Daten des Statistischen Bundesamtes lassen drei Rückschlüsse zu:
- Sektorale Abhängigkeiten: Im Bereich der Elektrotechnik übersteigen die Importe die Exporte um mehr als das Dreifache. Das spiegelt die zentrale Rolle Chinas bei der Versorgung mit Hardware für die Digitalisierung (Smartphones, IT) und die Energiewende (Batterien) wider. Aber auch die enormen Kostenvorteile, die China in Der Produktion hat.
- Wettbewerb im Maschinenbau: Früher war der Maschinenbau eine Domäne des deutschen Exportüberschusses. 2025 liegen die Importe aus China (33,0 Mrd. €) jedoch deutlich über den deutschen Exporten (18,6 Mrd. €). Der Wissenstransfer in den vergangenen Jahren waren enorm und chinesische Unternehmen haben qualitativ aufgeholt.
- Spezialisierungsvorteile: Ein Exportüberschuss besteht weiterhin in der Fahrzeugindustrie (+ 4,5 Mrd. €) sowie in der Optik und Medizintechnik (+ 2,8 Mrd. €). Hier bleibt Deutschland ein wichtiger Lieferant für technologisch besonders anspruchsvolle Güter.
In den kommenden Jahren dürften sich die Handelsströme noch verschieben. Der Recycling-Industrie steht ein Boom bevor und damit auch der Kreislaufwirtschaft. Außerdem fahren die chinesischen Autohersteller eine aggressive E-Auto-Strategie. Das Handelsdefizit mit China ist auch den USA ein Dorn im Auge. Entsprechend feiert das Decoupling gerade ein Comeback. Historisch betrachtet ist die Importwelle aus China nichts Neues. Früher waren die Menschen so begeistert von der chinesischen Handwerkskunst, dass viel davon importiert wurde, um die europäischen Kunstschaffenden zu motivieren.

