Das Flugtaxi XPENG X2 bei einer Flugshow in Dubai.

Flugtaxis landen in China

So umstritten die Förderung von Flugtaxis in Deutschland ist, so selbstverständlich ist sie in China. Die ersten Serien-Modelle für Privatkunden werden derzeit ausgeliefert.

  • China: Flugtaxis an private Kunden ausgeliefert.
  • Milliardenschwere Zukunftshoffnung.
  • Eine Geschichte für Table.Media.

In China kommen Flugtaxis langsam im Alltag an. Zumindest sind die ersten Modelle an Privatkunden ausgeliefert. Das ging auch deswegen so schnell, weil die Kommunistische Partei die Technik sowohl finanziell als auch mit schnellen Genehmigungen förderte. Einige Experten erwarten, dass so ein lukrativer Markt entstehen wird. Die vollständige Geschichte gibt es hier.

Markt für Flugtaxis

Nachgerade euphorisch geht die Investmentbank Morgan Stanley an das Thema heran. Sie prognostiziert, dass der globale Markt bis zum Jahr 2050 auf 9 Billionen Dollar wachsen wird. Jeder vierte Dollar davon würde dann in China erwirtschaftet werden. Die Zahl ist deswegen so hoch, weil die Bank den Begriff der „Flugtaxis“ sehr weit fasst. Unter dem Begriff „Urban Air Mobility“ subsummiert das Unternehmen auch Überwachungsdrohnen, Letzte-Meile-Zustellungen (Onlineshopping und Essenslieferungen) und militärische Anwendungen.

Das Flugtaxi XPENG X2 bei einer Flugshow in Dubai.
Das Das Flugtaxi XPENG X2 bei einer Flugshow in Dubai. | © Xpeng

Kersten Heineke ist Co-Lead im McKinsey Center for Future Mobility und äußert sich im Gespräch für den Beitrag eher vorsichtig. „Auch perspektivisch wird es ein Nischenmarkt bleiben, wenn man sich den Modalmix von Städten anschaut. Das heißt allerdings nicht, dass dieser Markt nicht in sich groß und profitabel ist.“ Die Unternehmensberatung schätzt den Markt – sobald sich die Nische etabliert hat – auf etwa 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Private und kommerzielle Anwendungen

Heineke vergleicht die klassischen Flugtaxis – also die bemannten Drohnen – mit Supersportwagen. Es sei ein Markt, den es aufgrund vieler wohlhabender Menschen eben immer geben würde. Wenn auch in überschaubaren Stückzahlen. Der praktische Nutzen für Privatpersonen sei jedoch stark limitiert.

Anders sehe es bei der kommerziellen Nutzung aus. Dank des vergleichsweisen leisen Antriebs und der autonomen Steuerung könnten die Flugtaxis unkompliziert für touristische Rundflüge, als Flughafen-Shuttle oder für bestimmte Events eingesetzt werden. Dass die Fluggeräte langfristig Autos Konkurrenz machen, glaubt Heineke nicht. Einzelne Personen- oder Warenbeförderungen (Flughafen-Shuttle, Rundflüge, Cargo-Drohnen) in die Luft zu verlagern, ergebe aus seiner Sicht Sinn, eine Verlagerung des Straßenverkehrs in die Luft allerdings nicht.

Flugtaxis: Auch USA und Europa aktiv

Doch bestehende und wachsende geopolitische Spannungen und wirtschaftliches Konkurrenzdenken würden mittelfristig allerdings zu einer Zwei-Technologie-Welt führen, glaubt Heineke. Zu einer chinesischen Technologie auf der einen und zu einer amerikanischen und europäischen auf der anderen Seite. Europa und die USA seien offen für die Produkte des jeweils anderen, während Produkte aus China es in diesem Segment im Westen schwer haben dürfte. An einen florierenden Export aus der Volksrepublik heraus glaubt der Experte nicht.

In anderen Industriezweigen sieht es natürlich anders aus. Mit CATL ist ein chinesischer Batteriehersteller zum globalen Superstar geworden, der aus Europa nicht mehr wegzudenken ist. Die weltweite Automobilwirtschaft orientiert sich an China. Das Land wird hier immer mehr zum Technologieführer. Jüngstes Beispiel ist Geely. Der chinesische Autobauer ist der erste Hersteller mit eigenem Satellitennetz. Auch im Schiffsverkehr möchte China technologisch aufholen. Dort wartet die Industrie auf neue Antriebe, um das Schweröl zu ersetzen.

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