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Chinas neue Seidenstraße: Kredit-Diplomatie und Welthandelt

Mit Investitionen von 900 Milliarden Dollar in Infrastrukturmaßnahmen auf der ganzen Welt will China die Neue Seidenstraße entwickeln und den Welthandel dominieren. Ein FAQ.

  • Die Belt-and-Road-Initiative soll im Jahr 2049 fertig sein.
  • Rund 140 Länder sind beteiligt.
  • FAQ für Arbeit und Wirtschaft.

Die Neue Seidenstraße oder „One Belt, One Road“ oder „Belt and Road Initiative“ ist ein Infrastrukturprojekt der Volksrepublik China. Das Land möchte damit den Welthandel neu ordnen und zur wichtigsten globalen Wirtschaftsmacht aufsteigen. Im Jahr 2049 – pünktlich zum hundertsten Geburtstag des Landes – sollen alle Projekte fertiggestellt sein.

Erste Baumaßnahmen der Neuen Seidenstraße

Die ersten Maßnahmen sind schon abgeschlossen. Beispielsweise der Hafen in Piräus. Ihn betrachtet die Volksrepublik als Tor nach Europa und hat ihn deswegen zum größten Frachthafen am Mittelmeer ausgebaut. Und zwischen Belgrad und Budapest soll demnächst eine Bahnstrecke im Wert von 1,6 Milliarden Euro entstehen.

Doch die beeindruckenden Entwicklungen haben ihre Schattenseiten. So sind es meist chinesische Arbeiter*innen, die mit chinesischen Rohstoffen die Arbeiten durchführen. Eine Wertschöpfung vor Ort findet kaum statt. Im Falle von Piräus wurden die Rechte der Beschäftigten sogar massiv zurückgefahren.

Chinas Diplomatie der harten Währung

Mit der Neuen Seidenstraße betreibt China eine aggressive Wirtschaftsdiplomatie. Gerade ärmere Länder werden durch hohe Kredite mit extrem einseitigen Bedingungen an die Volksrepublik gebunden. Eine eigenständige Politik ist in vielen Fällen nur noch schwer möglich.

Auch deswegen muss China sich fragen, ob ein solches Projekt überhaupt noch zukunftsfähig ist. Selbst in ihrem eigenen Fünfjahresplan setzt die Volksrepublik auf die Wirtschaft der zwei Kreisläufe und sinkende Importe. Ein Projekt, das extrem auf Globalisierung und Exporte ausgerichtet ist, könnte sich langfristig als wenig rentabel und schon gar nicht nachhaltig erweisen.

Die wichtigsten Fragen zur Neuen Seidenstraße

In Chinas Neue Seidenstraße: Globalisierung für Anfänger habe ich die wichtigsten Fragen rund um die Belt and Road Initiative beantwortet. Wie finanziert China die neue Seidenstraße? Welche europäischen Länder sind beteiligt? Ist Österreich an One Belt, One Road beteiligt? Welche Ziele verfolgt China mit dem Projekt?

Wobei sich viele Experten die Frage stellen, ob die Neue Seidenstraße tatsächlich der große Masterplan ist, als den China das Projekt darstellt. Monika Feigl-Heihs, Referentin in der Abteilung EU und Internationales der Arbeiterkammer Wien, hat da Zweifel: „Viel beruht auch auf Zufälligkeiten und ist von einzelnen Investitionsprojekten abhängig.“ Es gebe keinen Fahrplan, der von A bis Z durchdekliniert sei.

Chinesische Autohersteller gewinnen in Deutschland zunehmend Marktanteile. Autohändler erweitern deswegen ihr Portfolio und setzen auf die Marken aus der Volksrepublik. Mit Erfolg.Zusammenfassung:punkt-am-ende.work/2026/01/04/c…Ganze Geschichte:table.media/china/thema-…

Christian Domke Seidel (@domkeseidel.bsky.social) 2026-01-05T07:47:15.830Z

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Die Kanzlei JUN legal den Hersteller MG wegen vermeintlicher Lizenzverstöße bei der Software verklagt. Für die Autobauer kommt die Klage zu einer Unzeit. Gerade entwickeln sie sich zu einem Must-Have der Autohändler in Deutschland und gewinnen zunehmend Marktanteile. In der Volksrepublik hat sie die Kommunistische Partei außerdem aus dem Fünfjahresplan gestrichen.

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