Inflation und Arbeitslosigkeit 2021

Inflation und Arbeitslosigkeit 2021

Mit 2,8 Prozent war die Inflation in Österreich im Jahr 2021 so hoch, wie seit elf Jahren nicht mehr. Es drohen kalte und dunkle Wohnungen. Gerade der steigenden Zahl an Langzeitarbeitslosen.

  • Arbeitslosigkeit in Österreich.
  • Inflation erhöht Gefahr der Energiearmut.
  • Zwei Geschichten für Arbeit und Wirtschaft.

Energiearmut ist ein schmerzhaftes Thema. Wer seine Strom- oder Gasrechnung nicht bezahlen kann, sitzt in einer kalten oder dunklen Wohnung. Da kennen die Versorger kein Pardon. Zwar gibt es eine ganze Reihe Vorschläge der EU-Kommission, wie das vermieden werden kann, in Österreich wird aber keine davon umgesetzt. Ein Versäumnis, das bald fatale Folgen haben dürfte.

Inflation in Österreich 2021

Denn die Statistik Austria hat die Zahlen zur Inflation im Jahr 2021 veröffentlicht. Mit 2,8 Prozent scheint diese zwar grundsätzlich eher milde ausgefallen zu sein, die Zahl hat aber ihre Tücken. Denn zum einen handelt es sich dabei um eine Durchschnittszahl. Pendelte die Inflation am Jahresanfang (Januar bis April 2021) noch zwischen 0,75 Prozent und 2,0 Prozent, schoss sie am Jahresende nach auf 4,3 Prozent (November und Dezember).

Und zum anderen steckt hinter der Inflation vor allem Treibstoff und Energiekosten als Preistreiber. Deren Einfluss rausgerechnet liegt die Preissteigerung bei gerade einmal 1,8 Prozent. Dahinter steckt, dass ein Fass Brent-Öl im April 2020 noch 26,63 Dollar kostete. Im Dezember 2021 aber 74,80 Dollar. Entsprechend stiegen die Kosten für Benzin und Diesel um 17 Prozent, die für Heizöl um 21 Prozent und für Elektrizität um 7 Prozent.

Arbeitslosigkeit in Österreich 2021

Diese massiven Preissteigerungen fallen in eine Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit. Zwar sind die Arbeitslosenzahlen in Österreich nur noch knapp über dem Niveau von 2019, das ist aber nur im Vergleich mit der Coronakrise eine gute Nachricht. „Diese Fixierung auf den Vor-Pandemie-Zustand ist der falsche Blick. Weil wir 2019 von einer Vollbeschäftigung sehr, sehr weit entfernt waren. Mit einer Registerarbeitslosenquote von sieben bis acht Prozent kann keine Regierung zufrieden sein. Das ist immer noch Massenarbeitslosigkeit“, so Gernot Mitter, Arbeitsmarktexperte der Arbeiterkammer Wien.

Vor allem die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist stark angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent auf 131.642 Menschen. Drei Viertel von ihnen sind armutsgefährdet und damit auch die ersten Opfer der Energiearmut. Sie sind es, die sich Strom und Heizung als erstes nicht mehr leisten können. „Es ist zu befürchten, dass in diesem Winter ein massives Ansteigen von Energieabschaltungen bevorsteht. Die Corona-Krise ist bei vielen Haushalten noch nicht verdaut, zahlreiche Menschen haben als Folge von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit nach wie vor finanzielle Engpässe“, mahnt Rudolf Lehner, Mitarbeiter in der Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik (WSG) in der Arbeiterkammer Oberösterreich.

EU-Maßnahmen gegen Energiearmut

Dabei hat die EU längst eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen, um die Bürger:innen im Bereich der Energiekosten zu entlasten. Zu den Vorschlägen gehören unter anderem:

  • Gutscheine oder Teilzahlungen von Rechnungen.
  • Einnahmen aus dem Emissionshandel (1,8 Milliarden aus den ersten neun Monaten 2021) nutzen, um Verbraucher:innen zu unterstützen.
  • Zahlungsaufschub für rechnungen.
  • Netzabschaltungen verhindern.
  • Steuersenkungen für gefährdete Haushalte

Deutschland hatte beispielsweise in der zweiten Jahreshälfte 2020 temporär eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Strom und Gas beschlossen.

Krise endlich überwinden

Zwar zeigt sich Tobias Thomas, Chef von Statistik Austria, optimistisch, was die kommenden Monate angeht, er meint damit aber die Inflationsrate. Im gleichen Maße, mit dem die Coronakrise überwunden werde, werden auch die preissteigernden Effekte wegfallen, was die Inflationsrate auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren werden. Das Problem der akuten Energiearmut ist damit aber noch nicht gelöst.

Zumal auch mittelfristig keine Lösung in Sicht ist. Die Ökosoziale Steuerreform kommt dem Versprechen, das ihr Name gibt, nicht nach. Und auch das Budget für die kommenden zwei Jahre sieht in dieser Hinsicht keine Erleichterung vor. Gegen die Arbeitslosigkeit gäbe es mit der Jobgarantie ein Rezept, wie Maurice Höfgen im Interview erklärt, jemand müsste es nur zubereiten.

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