Arbeitsplatz: Sexismus ist Alltag

Die Studie „Sexismus im Alltag“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat gezeigt, wie allgegenwärtig diese herabwürdigenden Machtspiele sind. Für Arbeit und Wirtschaft habe ich mit Unternehmensberaterin Doktor Marita Haas über das Thema gesprochen.

  • Sexismus am Arbeitsplatz ist für Frauen Alltag.
  • Studie „Sexismus im Alltag“ zeichnet erschreckendes Bild.
  • Ganzer Artikel bei „Arbeit und Wirtschaft„.

Am Arbeitsplatz ist immer Sexismus beinahe alltäglich, wie mein Artikel „Ende der Machtspiele“ belegt. Dort haben 41 Prozent aller Frauen, die Sexismus erlebt haben, entsprechende Erfahrungen gemacht. Bei Männern sind es 45 Prozent. Auch, wenn sich die Art des Sexismus natürlich unterscheidet.

Studie: Sexismus im Alltag

Die Statistiken aus dem Artikel stammen aus der Studie „Sexismus im Alltag“ vom BMFSFJ. Doktor Marita Haas ordnete diese Zahlen ein wenig ein. Wichtig ist zu wissen, dass Sexismus immer aus einer der Position der Macht heraus passiert. Doch in den letzten Jahren gibt es einen Wandel der Unternehmenskultur. Weg von den klassischen, hierarchisch geordneten Machtgefällen. Ein gutes Zeichen? Marita Haas: „In den letzten Jahren sehen wir, dass die Hierarchien flacher werden. Aber wir sehen auch, dass sich Sexismus in diesen amikalen Strukturen einschleicht.“ Wie das passiert, ist hier zu lesen.

Mit zwei Änderungen, können Unternehmen effektiv gegen Sexismus am Arbeitsplatz vorgehen. Zum einen ist es eine Frage der Zivilcourage. Mitarbeiter*Innen müssen füreinander einstehen und Missstände ansprechen, Zum anderen braucht es ein klares Zugeständnis der Geschäftsführung, gegen Sexismus vorzugehen.

Führungsrollen neu denken

Doch was passiert dann? Marita Haas: „Wir müssen bei manchen Punkten umdenken und uns zum Beispiel überlegen, wie Gender in Führungsrollen festgeschrieben ist. Wen stellen wir uns als Führungskraft vor und stimmt dieses Bild überhaupt noch? Durchsetzungsfähigkeit ist männlich belegt. Aber mittlerweile geht es eher darum, zuhören und unterschiedliche Bedürfnisse wahrnehmen zu können, um ein Team, so unterschiedlich es auch ist, in eine gemeinsame Richtung zu bringen.“

Die Arbeit des BMFSFJ ist eine repräsentative Studie. Dafür wurden quantitative und qualitative Befragungen durchgeführt. Hier ein paar Zitate aus der Befragung:

Zitate von Männern zum Thema Sexismus:

  • „Bei uns sind die Frauen im Sommer gerne sehr luftig bekleidet, da fängt es doch schon an!“
  • „Es würde keine Ferkelmagazine mehr zu kaufen geben.“ (Auf die Frage, was passieren würde, wenn es über Nacht keinen Sexismus mehr gäbe)
  • „Wenn ich an Sexismus denke, denke ich eigent­lich nur, dass Frauen sexistisch behandelt werden. Ich denke auch, dass es in den meisten Fällen nur bei Frauen vorkommt. Es kann schon sein, dass das auch bei Männern vorkommt, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich Männer nicht so schnell auf den Schlips getreten fühlen. Im Allgemeinen wird eher bei der Frau darüber geredet und nicht beim Mann.“

Zitate von Frauen zum Thema Sexismus:

  • „Offiziell haben wir Gleichberechtigung, aber im Grunde genommen ist es so: Der Mann geht Vollzeit arbeiten und die Frau bleibt zuhause bei den Kindern am Herd. So, wie es in den 60er Jahren schon war.“
  • „Gibt es ein Wort für einen Mann, der eine Schlampe ist?“
  • „Wenn bei Stellenausschreibungen steht: Frauen oder Behinderte haben Vorrechte. Ich habe mir da schon immer gedacht, ich werde da mit Behinderten gleichgestellt, das ist Hardcore.“

Mehr Zitate, Statistiken und Analysen gibt es in der Geschichte „Sexismus am Arbeitsplatz: Ende der Machtspiele“ bei Arbeit und Wirtschaft. Neben der Debatte rund um Gleichberechtigung sind aktuell auch die Rechte von Arbeitnehmer*innen in der Öffentlichkeit. In Tupperware nach Dienstschluss zeige ich auf, wie Polizisten Geld dazu verdienen. Derweil hat in den USA die Belegschaft von Amazon gegen die Gründung einer Gewerkschaft gestimmt.

3 Kommentare zu „Arbeitsplatz: Sexismus ist Alltag

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